Weiterbildung Pflegepersonen

Weiterbildung für Pflegeeltern und Interessierte Tagesveranstaltung

Thema:

Identität - Wichtigkeit der Herkunftsfamilie

 
Unsere Ursprungsfamilie ist die erste Sozialisationsinstanz in unser aller Leben. Sie prägt uns von Tag eins an und ist die Brille, durch die wir die Welt sehen. Sie kann Ressource oder Belastung sein. Aber was bedeutet das für Pflegekinder? Gerade in diesem Bereich gibt es viele unterschiedliche Haltungen. Wann ist es für ein Kind besser, keinen Kontakt zur leiblichen Familie zu haben und wann nicht? Pflegeeltern können für die von ihnen im Rahmen der Jugendhilfebetreuten Kinder und Jugendlichen wichtige Bezugspersonen werden, insbesondere dann, wenn sie es schaffen, eine andere Art von Familienleben zu praktizieren, ohne dabei allerdings die Herkunftsfamilie auszugrenzen. Das ist mit eine unserer Ansicht nach der wichtigsten Erkenntnisse zum Gelingen von Pflegeverhältnissen und zur Förderung von Identitätsbildungsprozessen bei Pflegekindern. Schließt man die Herkunftserltern aus, so negiert man die Wurzeln der Kinder. Unabhängig davon, ob Kontakte zwischen leiblichen Eltern und Kind möglich sind und unabhängig davon, welche Vorfälle zur Herausnahme des Kindes aus der leiblichen Familie geführt haben, ist es wichtig, dass sich Pflegeeltern verdeutlichen, dass auch die ersten Lebenserfahrungen des Kindes existentieller Bestandteil seines Lebens sind. Und hierbei kann das Herkunftssystem oftmals sehr behilflich sein. Sich mit der Geschichte des Pflegekindes auseinanderzusetzen, hilft dabei, das Kind mit der Vielzahl seiner Verhaltensfacetten besser zu verstehen. Oft verstehen sich Pflegeeltern und leibliche Eltern als miteinander konkurrierende Systeme. Ein wichtiges Ziel unserer Arbeit ist es, dieses Denken ind konstruktive Bahnen zu lenken und alle Beteiligten zum Wohle des Kindes in das selbe Boot zu holen, denn "wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen"!
Wir freuen uns, wenn die TeilnehmerInnen dieses Fortbildungstages eigene Fragestellungen einbringen.
 
 
Referentin: Andrea Döring
Dipl. Sozialpädagogin, Löwenzahn Erziehungshilfe
 
Datum: 17.09.2021
Uhrzeit: 10:00 – 16:00 Uhr
Ort: Perzina-Saal in der ehemaligen Bibliothek,
       Wismarsche Straße 144, 19053 Schwerin
 
 
 
 
 
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